Herzlich Willkommen


Herzlich Willkommen im Staudengarten Gross Potrems

Um wirklich glücklich zu sein, brauchst du nur etwas, wofür du dich begeistern kannst.

Hier gibt es die neuesten Informationen aus unserem Staudengarten in Gross Potrems, Landkreis Rostock, Mecklenburg-Vorpommern. Ergänzend dazu können Sie in unserer Website (www.wildstaudenzauber.de) auf mehr als 600 Seiten mit ca. 2000 Bildern unseren Wildstaudengarten kennenlernen. Unter Wildstauden verstehen wir züchterisch kaum veränderte Pflanzen und zwar nicht nur die einheimischen, sondern auch Pflanzen aus Europa, Amerika und Asien. Seit fast 40 Jahren gestalten und pflegen wir unseren naturnahen Staudengarten, in dem der Rasen und die Staudenbeete nach und nach durch Staudenwiesen ersetzt wurden. Auf 1000 m² entstanden langlebige Pflanzengemeinschaften mit etwa 500 verschiedenen Wildstaudenarten und zahlreichen Gräsern.

Unseren Staudengarten können Sie von Juni bis September von 10.00 bis 12.00 und von 15.00 bis 18.00 besuchen. Ich biete Ihnen eine einstündige Führung durch den Garten. Um eine Spende von 5 € pro Person zur Erhaltung des Gartens wird gebeten. Auf Grund der geringen Größe und der schmalen Wege in unserem Garten können wir nur maximal 15 Personen (keine Busse!) empfangen.
Bitte nur nach Voranmeldung, vorzugsweise per E-Mail (jochen@wildstaudenzauber.de) oder Telefon: 03820813345. Bitte keine Pflanzen mitbringen!

Im Juni 2014 erschien mein Buch "Naturnahe Gartengestaltung mit Wildstauden", das Sie bei der Gesellschaft der Staudenfreunde für 15 € inkl. Versand erwerben können.

Meine Youtube-Videos können sie in der Mitte des Bildes anschalten und danach unten rechts in den Vollbildmodus gehen.
Von 2000 bis 2012 habe ich verschiedene Naturstandorte unserer Stauden besucht. Sie gaben mir zahlreiche Hinweise zur Verwendung der Wildstauden im Garten. Einige Filme sind 15 Jahre alt und deshalb von geringerer Qualität.
Wenn Sie mehr über die gezeigten Pflanzen wissen möchten, gehen Sie bitte zu meiner Website (www.wildstaudenzauber.de).





Freitag, 5. Mai 2017

Die Quellen unterschiedlicher Staudenverwendung

Bei meinen Gartenbesuchen und -besuchern konnte ich im Laufe der Jahre feststellen, dass es verschiedene Quellen der Staudenverwendung gibt. Die meisten Staudenliebhaber haben ihre Vorstellung vom Staudengarten von den Eltern oder Verwandten "geerbt", oft haben sie den Garten der Eltern übernommen und mit dem Garten auch deren Bewirtschaftungsregeln. Unkrautbekämpfung ist wohl eine der wichtigsten Regeln, da sie Jahrtausende lang darüber entschied, ob die Familie überlebte. Schon in der Bibel steht: "Machet euch die Erde untertan". Heute geht es nicht mehr ums Überleben, aber Ordnung und Sauberkeit muss sein und nicht nur im Obst- und Gemüsegarten sondern auch im Staudengarten. Zwischen den Stauden wird gehackt oder jedes Unkrautpflänzchen wird gezogen. Auch eine Mulchdecke kann den Unkrautwuchs verhindern. Mit Dünger oder Kompost und Beregnung wird das Wachstum und die Blühleistung der Stauden optimiert. Das macht zwar ein bisschen Arbeit aber wenn alles sauber ist, ist man auch sehr zufrieden. 
Immer mehr Gartenliebhaber machen sich schon seit vielen Jahren sorgenvolle Gedanken über unsere Natur. Daraus entwickelte sich die Naturgartenidee, die wohl jeder kennt. Die Erhaltung der Tierwelt, der Schmetterlinge und Käfer, der Lurche und Kriechtiere fand Eingang in die Gartengestaltung. Manchmal bleibt dabei die Ästhetik auf der Strecke, besonders wenn man sich nur auf einheimische Pflanzen beschränkt oder versucht eine Wildblumenwiese anzusäen. 
Ein geringer Anteil der Gartenliebhaber, und dazu würde ich mich zählen, waren in ihrer Jugend "Rumtreiber", nicht in Kneipen oder auf dem Fußballplatz, sondern in Wald und Flur. Im späteren Leben dann kommen Haus und Garten und die Familie und das Rumtreiben wird arg eingeschränkt. Aber man hat ja ein Fleckchen Erde, dass hier in Mecklenburg auch oft ein größerer Flecken ist. Ein paar tausend Quadratmeter Grundstücksgröße sind keine Seltenheit. Hühner, Enten, Gänse, Kaninchen und Schafe werden jedoch immer seltener zur Pflege eingesetzt.
Warum nicht ein Stückchen Wald und Wiese mit einem Teich auf dem Grundstück gestalten? Vielleicht kommt das beglückende Gefühl erlebter Natur des "Rumtreibers" zurück?
Doch wie kann man das erreichen? Seit den 90 er Jahren werden in verschiedenen Ländern neue naturalistische Gartenstile entwickelt. Noel Kingsbury, Henk Gerritsen, Piet Oudolf  u. a. schrieben darüber (http://wildstauden.blogspot.de/2017/02/the-new-perennial-garden.html). Es gibt auch in Deutschland schon seit längerer Zeit Vorschläge, wie man der Natur im Garten mehr Raum geben kann, die unter dem Begriff „New German Style“ zusammengefasst werden.
Für meinen naturalistischen Staudengarten habe ich mich für die fast ausschließliche Verwendung von Wildstauden und Gräsern aus aller Welt entschieden. Die Hypothese ist, dass sich die Wildstauden am richtigen Standort auch bei extensiver Pflege, d. h. es ist keine braune Erde zu sehen, gegen die meisten Unkräuter durchsetzen. Sämlinge sind willkommen. Die Anordnung der Stauden in der Pflanzung ist eher eine Mischung als eine Blockpflanzung. Auch die Höhenstaffelung wird eher vernachlässigt um in der Staudenwiese zu sein, anstatt sie von außen zu betrachten. Für das Gefühl in der Natur zu sein, halte ich mich auch noch an ein paar weitere Grundsätze: Die Wildstauden werden nicht gedüngt, kaum gegossen und es wird nicht ständig an ihnen herumgeschnippelt.Die Rasenwege und die wenigen noch verbliebenen Rasenflächen werden nicht beregnet, gedüngt oder vertikutiert. Damit haben Gänseblümchen, Klee u. a. eine Chance. Auch die Feldsteinwege bieten in ihren Fugen kleinen Gräsern Platz.In unserem naturalistischen Garten gibt es keine geschnittenen Hecken und auch keine der so beliebten Buchskugeln, keine Dekorationen, wie z. B. Glaskugeln, Figuren, Laternen, alte bäuerliche Gerätschaften oder gar Zwerge oder bepflanzte Schuhe. Im Teich befinden sich keine Goldfische, Kois oder andere großen Fische. Wir haben in unseren Garten auch keine Bauten, wie Pergola, Pavillon, Holzdecks oder gar Brücken. Lediglich verwitterte Holzbänke laden zum Genießen der verschiedenen Gartenbilder ein. Ich denke, so kann ich das Gefühl erlebter Natur erreichen. Eine Naturgartenidee, die nicht nur für die Tiere etwas tut sondern auch für den Menschen.
Natürlich gibt es auch noch andere Gartenentwürfe, wie den Sammlergarten oder den Garten des Künstlers, den man oft recht abstrakt auf Gartenschauen zu sehen bekommt, und im Laufe des Lebens geht auch oft das Eine in das Andere über.



Mittwoch, 3. Mai 2017

Wegerasen

Es gibt viele Rasenwege in meinem naturalistischen Garten und auch Feldsteinwege und nun suche ich für die letzteren Wegerasen, d. h. Rasen der in den Fugen wächst. Er sollte auch ohne Mahd schön klein bleiben und Unkräutern die Ansiedlung schwer machen. Der Samenhandel bietet u. a. Schotterrasen mit folgender Zusammensetzung: 8% Rotschwingel, 40 % Deutsches Weidelgras, 15 % Wiesenrispe, 30 % jährige Rispe, 5 % Kammgras und 2 % Schafgarbe. Die Mehrheit dieser Gräser wird zu hoch und die Mischung ist wohl für Fugen nicht geeignet. Ähnliche Mischungen gibt es auch für Plattenfugen.
Nun gibt es bereits ein Gras in den Steinfugen meiner Wege (siehe Abbildungen) nur leider kenne ich nicht den Namen. Am ehesten könnte es wohl die Jährige Rispe (Poa annua) sein. Ein niedriges, horstbildendes Untergras mit nach allen Seiten liegenden Trieben, Es ist ein fast ganzjährig blühendes Gras, mit extremer Vermehrung durch ganzjähriges Aussamen. Das schnell wachsende, immer Triebe bildende und aussamende, ein- bis überjährige, zudem tritt- und Schatten unempfindliche Gras wirkt stark verdrängend auf andere (wertvolle) Gräser auf der Kuhweide und in meinen Fugen verdrängt es hoffentlich das Unkraut. Das kaum 5 cm hohe Gras blüht und fruchtet bereits im April und mit seinem kräftigen Wurzelwerk kann es sicher die Unkräuter verdrängen.
Wer kennt das Gras? Wo bekommt man Samen?




Freitag, 21. April 2017

Stress im Beet

Der April ist in meinem Garten der arbeitsreichste Monat des Jahres. Die letzten Staudensämlinge müssen pikiert werden und die ersten können schon in die Töpfe bzw. ins Anzuchtbeet. Dort stehen aber noch einige kräftige Pflanzen vom Vorjahr, die in den Garten gepflanzt werden müssen. Nach diesem milden Winter sind zahlreiche Sämlinge und zweijährige Pflänzchen in den nicht gehackten oder gemulchten Staudenbeeten zu finden und möchten getopft werden, damit die Besucher zum "Offenen Garten", der am 10. und 11. Juni stattfindet, etwas mitnehmen können. Bei den Nachbarn röhren bereits seit Wochen die Rasenmäher. Bei mir grüßt der Löwenzahn mit seinen gelben Blüten aus den Staudenbeeten und Wiesen. Auch Ampfer und Disteln müssen aus den naturnahen Beeten entfernt werden. Meine Lieblingsbeschäftigung das Umgestalten und evtl. Teilen von Stauden kommt immer zu kurz und die weniger beliebte Unkrautbekämpfung bleibt fast vollständig auf der Strecke. Na ja, dann nennen wir es eben naturalistischer Gartenstil!?
Im nächsten Jahr wird alles anders. Zuerst die Unkrautbekämpfung, dann das Umgestalten nach Aufzeichnungen vom Vorjahr und drittens das Einsammeln von Sämlingen aus den Beeten für den "Offenen Garten". Samenanzucht bleibt auf der Strecke.



Sämlinge topfen, ganz links das Anzuchtbeet.

Sonntag, 16. April 2017

Mittwoch, 12. April 2017

Giersch (Aegopodium podagraria)

Man kann sich über ihn sehr ärgern, wenn er aus Nachbars Gebüsch in den eigenen Garten vordringt, oder man kann sich auch arrangieren:
Giersch ist im Frühjahr ein frisch grüner Bodendecker, der im Sommer unter kräftigen Stauden verkümmert. Man kann ihn auch sehr gut essen, wenn man besonders die neuen Triebe sammelt. Sie sind glänzend lindgrün, aufrecht und noch etwas zusammengefaltet. Stiele werden bei uns entfernt d. h. die gepflückten Blätter müssen noch mal handverlesen werden. So mancher Grashalm u. a. wird dabei ebenfalls aussortiert.

Wo ab Juni große Stauden den Giersch zurückdrängen...

...gibt es im Frühjahr rechts und links des Weges reiche Ernte.

Die neuen gerade erst entfalteten Blätter sind besonders schmackhaft.

Die Ernte muss noch handverlesen werden.

Die Blätter werden zerkleinert.

Meine Enkel konnte ich nicht überzeugen.

Montag, 3. April 2017

Erfahrungen

Geht es euch auch manchmal so, dass ihr euch auf Grund von Erfahrungen fest vorgenommen habt, dieses oder jenes zu tun oder zu lassen, und dann passiert es doch wieder? Vielleicht hilft es, wenn ich hier mal Einiges aufschreibe.

1. Perliteflöckchen Meine Saatschalen habe ich zur Keimung in einem dunklen, warmen Raum (15-20°C) gestellt. Da ist es besonders wichtig, die Saatschalen sobald die Keimlinge zu sehen sind, ans Licht zu bringen, damit sie nicht in der Dunkelheit vergeilen. Nun gibt es aber Aussaaterden, die zur Bodenbelüftung mit weißen Perliteflöckchen durchsetzt sind. Leider kann man bei dieser Aussaaterde die Keimlinge erst sehen, wenn die "Perliteflöckchen ein Füßchen" bekommen. Also besser ohne Perlite! Ob ich mir das bis nächstes Jahr merke?

vor der Keimung


Keimung





2. Samenanzucht Die Arbeit mit den Aussaaten, besonders das Pikieren und die Wasserversorgung brauchen doch recht viel Zeit. Vor allem Zeit, die ich zum Teilen von Stauden und zur Unkrautbekämpfung in den Staudenwiesen benötigte. Auf alle Fälle werde ich keine Samen mehr kaufen. Von 23 Jelitto-Samen sind nur die Hälfte (12) aufgegangen. (ca. 50 Euro) und von 5 rareplant-Samen ist nichts aufgegangen. (30 Euro).

Übersicht  Aussaaten  2010 bis 2017


2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
Aussaat
10. 3.
10. 3.
10. 3.
10. 3.
10. 3.
10.2.
10.1.
 20.2.
Samenportionen
27
47
58
86
30
73
46
 68
nicht aufgegangen
15
55%
25
53%
26
45%
32
37 %
19
  63%
32
  44%
 26
57%
 34
50%
in Töpfen
12
21
31
54
11
41
 20
 34
Anzahl Pflanzen
223
720
384
1.133
350
948
 650
540


Aussaat Anfang März im warmen, dunklen Zimmer bei 20°C. Nach Keimung ins kältere, hellere Gewächshaus  bei 10°C bis 30°C (bei Sonne). Ab 2015 nach der Saat einige Wochen draußen (Kühlkeimer) hat sich nicht auf das Ergebnis ausgewirkt!
Ganz links im Bild sind Sämlinge, die ich vor dem Winter im Garten eingesammelt habe. Möglicherweise hätten sie den Winter draußen nicht überstanden, z. B. Spornblumen.

Pikierte Sämlinge


3. Herbstpflanzung Wie ich bereits im Post 2015 und 2016 schrieb ( http://wildstauden.blogspot.de/2015/11/november-kein-ende-des-gartenjahres.html, http://wildstauden.blogspot.de/2016/04/herbst-oder-fruhjahrspflanzung-von.html) wird die Herbstpflanzung im Internet konträr diskutiert, und böse Zungen behaupten, die Staudengärtner plädieren für den Herbst, denn sie wollen ja auch im Herbst was verkaufen!? Zitat: "Die beste Pflanzzeit ist nach wie vor der Herbst, von September bis November: Dann ist das oberirdische Wachstum der Stauden abgeschlossen, während im warmen Boden die Wurzeln noch wachsen." Das ist z. B. eine oft verbreitete Meinung. Jedenfalls habe ich im letzten Herbst mal wieder Stauden im 9x9-Pöttchen gekauft, obwohl ich in der Vergangenheit eigentlich schlechte Erfahrungen gemacht hatte und wieder waren einige Stauden über Winter verfault und alles andere als eingewachsen.

Mittwoch, 22. März 2017

Shade gardening


Nein, so heißt das Buch nicht, obwohl das Titelbild recht gewöhnungsbedürftig ist. Dabei hat es dieses Buch überhaupt nicht nötig, mit Äußerlichkeiten aufzufallen. 

Schattenstauden. Die dunkle Seite Ihres Gartens. Katrin Lugerbauer. 2017. 168 Seiten, 137 Farbfotos, 8 Zeichnungen, Flexcover. 
ISBN 978-3-8001-0831-2.  € 24,90
Die Autorin und Fotografin erlangte schon seit der Kindheit ein tiefes Naturverständnis und seit mehr als zehn Jahren auch Erfahrungen im eigenen Garten. Beides wird im Buch im Hinblick auf Schattenstauden mit interessanten Texten und hervorragenden Bildern dokumentiert. Jeder hat irgendwo Schatten im Garten und wie mit diesem Standort umzugehen ist, verrät das Buch.
Ein kurzer geschichtlicher Abriss führt den Leser zu unserer heutigen Art zu gärtnern, die standortgerechte Pflanzung und damit weniger Pflegeaufwand beinhaltet und die Natürlichkeit und eine Nachempfindung natürlicher Pflanzengesellschaften propagiert. Besonders trifft das auf den Schattengarten zu. Mit viel Sachverstand werden die verschiedenen Arten des Schattens im Garten erklärt. Die Schattenstauden werden entsprechend ihrer Herkunft aus Europa, Nordamerika und Asien aufgelistet und die Besonderheiten der Herkünfte besprochen. Auch was generell für die Kultivierung der Schattenstauden nötig ist, allen voran das Mulchen, wird im Buch ausführlich erklärt. Ein großer Teil des Buches enthält umfangreiche Beetideen mit entsprechenden Zeichnungen, eine große Hilfe für Gartenneulinge.
Im letzten Kapitel werden Schattenpflanzen rund ums Jahr vorgestellt, und obwohl ich schon mindestens 50 Jahre im Garten zu Hause bin, zeigt das Buch eine Reihe von Stauden, die mir bisher noch nicht begegnet sind. Die Autorin hat sehr tiefgründig recherchiert und auch Pflanzenraritäten für Ihren Garten gesammelt und im Buch sachkundig vorgestellt. Allerdings ist meine Lieblings- Frühjahrs-Schattenstaude, der Gämswurz (Doronicum orientale) nicht im Buch zu finden und auch rund ums Jahr ist im Sommer und Herbst recht wenig Blühendes genannt, z. B. fehlen die zahlreichen Waldastern.

Sehr schöne Fotos und mit eigenen Erfahrungen fundierte Texte machen das Buch für Gartenneulinge und auch alte Hasen sehr wertvoll.

5 Sterne


Hier noch ein Nachtrag zum Gämswurz:

Doronicum orientale, die hüfthohe Frühlingsmargerite oder auch Gämswurz genannt, mit dem Synonym D. caucasicum, ist in Südosteuropa, Mittelasien und im Kaukasus zu finden. Er blüht im April/Mai. 
In meiner Kindheit war es die erste Blume des Jahres aus dem Frühlingsgarten, die ich für meine Mutter gepflückt habe, deshalb hat sie heute einen besonderen Platz an der Terrasse. Zu Hause im Erzgebirge auf trockenerem Gesteinsboden wuchs sie wesentlich besser als in meinem humusreichen, eher feuchten Boden. Ihre Widerstandskraft zeigt sich auch dadurch, dass sie auf Gartenabfallhaufen im Wald noch nach Jahren wächst. Kürzlich fand ich sie in einem vor 20 Jahren verlassenem Grundstück. Dort behauptete sie sich auch gegen Brennnesseln und Brombeer-Gestrüpp (1. Bild), eben eine echte Wildstaude. In der Türkei sah ich ihn an dunkelster Stelle im Gestrüpp. Wenn durch Gehölzfällung der Standort sonnig wird verschwindet der Gämswurz. 
Die Stauden können sogar blühend verpflanzt werden. 

Doronicum in einem verlassenen Grundstück mit Brennnesseln und Brombeergestrüpp.










Sonntag, 19. März 2017

Frühblüher-Wiese

Eine "Frühblüher-Wiese" ist das erste Erwachen im Garten und wird wohl von jedem angestrebt. Wie ich es beschleunigt habe, verrate ich Euch hier: Die Schneeglöckchen und Winterlinge habe ich immer wieder geteilt und neu aufgepflanzt. Eine weitere Vermehrungs-Quelle fand ich in verlassenen Grundstücken.Was ich da unter mannshohen Brennnesseln und Brombeergestrüpp fand, war überwältigend: Unmassen von Winterlingen (Eranthis hyemalis) und Schneeglöckchen (Galanthus nivalis). Der kaum vermutete Vorteil ist, dass man Winterlinge und Schneeglöckchen sehr gut "in Green" verpflanzen kann, also während der Blüte. Später würde man sie auch kaum im Gestrüpp wiederfinden. Der Fundort zeigt auch, dass sie gut im Schatten von Sträuchern und Bäumen wachsen.
Wichtig ist, dass der Boden möglichst unberührt bleibt, um die Sämlinge nicht zu zerstören.

einjährige und zweijährige Sämlinge vom Winterling


Frühblüher-Wiese

rechts vorn im Bild neu gepflanzte Winterlinge
Winterlinge unter Brombeergestrüpp

Schneeglöckchen unter Brennnesseln (vorn und auch Mitte rechts)



Sonntag, 12. März 2017

Staudenwiesen und Google+ retour

Im März und April sind die Staudenwiesen noch recht kahl. Man muss schon genau hinsehen, um die Blumenzwiebel-Schätze zu entdecken. Anders sieht es da unter den Bäumen und Sträuchern aus. Hier haben sich in Jahrzehnten große Areale mit Frühlingsblühern etabliert.

Übrigens habe ich die Kommentar-Funktion meines Blogs wieder von Google+ getrennt, d. h. ihr könnt wieder ohne Google+Account kommentieren. Allerdings musste ich dafür in Kauf nehmen, dass alle Kommentare seit der Umstellung auf Google+, d. h. seit dem 20.01.2016 bis heute verloren gingen. Mehr zur Umstellung unter: http://wildstauden.blogspot.de/2016/01/staudenwiesen-und-google.html. Nun hoffe ich wieder auf zahlreiche Kommentare von euch.




























Winterlinge, Schneeglöckchen und Elfenkrokus eröffnen den Vorfrühling.

Crocus sieberi ssp. sublimis 'Tricolor'

Cyclamen coum

Iris histrioides 'Katharine Hodgkin'

Iris reticulata 'Harmony'

Montag, 20. Februar 2017

The New Perennial Garden



Die Frühlingsblüher kommen mit Macht und die Lesezeit geht nun zu Ende.
Einige Bücher habe ich bereits hier vorgestellt. Zwei Bücher möchte ich unbedingt noch erwähnen. Es waren die Besten in diesem Winter, obwohl schon recht alt. Meines Wissens sind sie leider nicht in Deutsch verfügbar. "The Perennial Garden" ist von Noel Kingsbury und bereits 1996 erschienen und "Dream Plants for the Natural Garden" von Henk Gerritsen und Piet Oudolf 1999, zuerst in Holländisch und später in Englisch. Alle drei Autoren sind Wiederentdecker des naturalistischen Gartenstils. Ihre Liebe zu den Wildstauden und den Plätzen in der Natur, wo sie wachsen, vereint sie.
Bereits vor einigen Jahren habe ich in meiner Homepage etwas zum naturalistischen Gartenstil geschrieben. Hier nun ein aktueller Beitrag, fußend auf den beiden Büchern.
Im Buch "Dream Plants for a Natural Garden" erklären Gerritsen und Oudolf, was sie unter "Natural" verstehen. Entsprechend der alten Definition ist alles vom Menschen gemachte nicht natürlich. Somit ist der Begriff "Natural Garden" ein Widerspruch. Die Autoren fordern dazu auf, diesen Widerspruch liberaler zu sehen. Kein Mensch weis, was wirklich natürlich ist. Selbst die entfernteste Ecke der Erde wurde vom Menschen betreten und verändert. Der Mensch und sein Werk, die Zivilisation ist ein untrennbarer Bestandteil der Natur. So gesehen ist Asphalt, Beton und Plastik auch Natur? Die exakte Definition von Natur ist sehr problematisch.
Das Verständnis eines "Natural Gardens" ist in zeitlicher Veränderung. So bezeichnete Gertrude Jekyll ihre Staudenrabatten als an die Natur angelehnt. Auch Mien Ruys bezeichnete ihre Pflanzungen als wild mit einem ordentlichem Design. Heute werden beide nicht zu den naturalistischen Gartenphilosophen gezählt. Als Begründer der naturalistischen Staudenverwendung wird William Robinson mit seinem Buch "The Wild Garden", 1870 angesehen. Karl Foerster erwähnte diesen Stil als "Wildnisgartenkunst".

Was kennzeichnet einen "Natural Garden"? Gegenwärtig, so schreibt Kingsbury, also schon seit den 90 er Jahren, werden in verschiedenen Ländern neue Gartenstile entwickelt, die der Natur mehr Raum geben. Er möchte einen "Neuen Staudengarten" mehr mit der Natur als gegen sie gestalten. Die Inspiration zur Gartengestaltung kommt aus der Natur. Es ist ein ständiger Kampf in Gange zwischen Natur und Kunst. Die Natur möchte wachsen, sich ausbreiten und der Gärtner möchte alles unter Kontrolle haben und nach seinem Vorstellungen gestalten. Das Dogma der Perfektion soll mit dem neuen Garten überwunden werden. Ein gelbes Blatt gehört genauso dazu, wie die braune, sterbende Pflanze. Die traditionellen Gärten geben der Natur wenig Raum.
Die Stauden sollen Standort gerecht gepflanzt werden und eher gemischt als in Gruppen stehen. Diese umweltgerechten Pflanzungen kommen mit weniger Dünger, Wasser und Chemikalien aus. Hier stützt sich der Engländer Kingsbury auch auf die deutschen Veröffentlichungen von Hans Simon, Richard Hansen und Friedrich Stahl u. a. bezüglich der Philosophie der ökologischen Pflanzung.
In der traditionellen Staudenrabatte sind die Pflanzen entsprechend ihrer Höhe angeordnet, die Hohen hinten und die Niedrigen vorn. Die naturalistische Pflanzung hat keine so deutlichen vertikalen Strukturen und die Arten werden nicht in Blöcken gepflanzt. Die Verteilung erfolgt in losen Strukturen unterschiedlicher Größe und Form, entsprechend des Charakters der Pflanze, als Solitär, in kleinen Gruppen oder in Massen.
Der "Neue Staudengarten" beherbergt viele Insekten und andere Nichtwirbeltiere, die ihrerseits Nahrung für Amphibien, Reptilien, Säugetiere und Vögel sind.
In dem neuen Garten sollen nicht nur einheimische Pflanzen oder Wildstauden verwendet werden. Den Autoren ist eine mehltaufreie Züchtung der Indianernessel lieber, als die in unserem Klima völlig bemehlte Wildstaude. Eine gefüllte Blüte wird allerdings abgelehnt.
Stauden sollten nicht nur auf Grund ihrer Blüte ausgewählt werden, sondern auf Grund ihres Gesamterscheinungsbildes, ihrer äußeren Gestalt, der Blattstruktur, der Blüte, des Samenstandes, der Wintersilhouette und der Standfestigkeit.
Im Buch "Dream Plants for a Natural Garden" werden Stauden gezeigt, die diese Anforderungen erfüllen, und es werden auch die Ärger machenden Pflanzen beschrieben. Hier ein Beispiel. Der Heute allseits beliebte Rote Sonnenhut, Echinacea purpurea kommt dabei nicht gut weg: Er toleriert keine Bedrängnis von Nachbarpflanzen und wünscht gut drainierten Humusboden. Andernfalls ist er nach zwei Jahren verschwunden. Möglicherweise sind unsere Winter zu nass und unsere Sommer nicht warm genug.

Siehe hierzu auch meine beiden Posts:
http://wildstauden.blogspot.de/2014/10/echinacea-purpurea.html http://wildstauden.blogspot.de/2015/03/sichtungsgarten-weihenstephan.html


Weißer Kerzenknöterich, Ligularia tangutica und Blutweiderich am Teich

Roter Kerzenknöterich und Molinia 'Transparent' ebenfalls in der Sumpfwiese

Mittwoch, 15. Februar 2017

Wildstauden in Kanada Sommer 2001+2005

Im Video werden Stauden in ihren Lebensbereichen von der Prärie bis ins Hochgebirge gezeigt. Die Bilder stammen von 2 Reisen, 2001 und 2005. Die erste Reise führte uns mit dem Wohnmobil auf dem Alaska-Highway von Alberta nach Alaska. Die zweite Reise ging in ein Blockhaus in der Willmore Wildernis am Fuße der Rocky Mountains.

Sonntag, 12. Februar 2017

Wildstauden in Japan Sommer 2004

Im Sommer 2004 hatte ich Gelegenheit die Insel Kyushu und vor allem das Kuju-Hochland zu durchstreifen. Immer auf der Suche nach Stauden in ihren natürlichen Lebensbereichen. Wenn Sie mehr sehen wollen: http://www.wildstaudenzauber.de/Seiten/Kuju_Hochland_Sommer.html.

Donnerstag, 26. Januar 2017

Avant Gardening

Torsten Matschiess, Jürgen Becker

Avantgardening. Plädoyer für gegenwärtiges Gärtnern. 01 2017. 192 S., 228 Farbfotos, Flexcover. ISBN 978-3-8001-0872-5. € 29,90

Das Erste was mich an einem Buch berührt ist der Titel, der Einband und die Klappentexte. In allem gibt es Ähnlichkeiten mit dem Buch "Blackbox Gardening". Das ist auch so gewollt. Doch während im Vorwort vom Blackbox Gardening die heutigen Gärten stark kritisiert werden, geht es in Avant Gardening laut Untertitel um ein Plädoyer für gegenwärtiges Gärtnern, obwohl der Titel "Avant Gardening" doch eher etwas Zukünftiges bedeutet? Der Polizistenwitz auf der Rückseite des Buches ist mir in ähnlicher Form schon oft begegnet.
Nun bin ich sehr gespannt, was dieses doch etwas außergewöhnliche Buch bringen wird.
Es ist ein intelligentes Buch und es macht Freude den Gedanken des Autors zu folgen. Ob es aber für jeden Leser verständlich ist? Er muß dann schon ab und zu Google bemühen, um z. B. zu verstehen, was iterative Dummheit meint. Besonders im ersten Teil des Buches ist es sehr spannend zu lesen, welche Meinung der Autor zu aktuellen Themen der Gartengestaltung vertritt.  Die im Editorial angekündigte Anleitung, wie man mit seinem privaten Grün von der Beschleunigungsspur auf die linke Fahrbahn wechselt, konnte ich allerdings nicht finden.
Im zweiten Teil des Buches werden Lieblingspflanzen vorgestellt. Die enge Beziehung des Autors zur Gattung Knöterich und Wiesenknopf wird deutlich. Es werden zahlreiche Sorten des allseits beliebten Kerzenknöterichs vorgestellt. Die Liebe zu einigen vorgestellten Großstauden kann ich allerdings nicht teilen. Ihre Nachteile, vorallem bezüglich der Standfestigkeit, werden vom Autor genannt. Abschließend wird kurz die komplizierte Vergesellschaftung von Rosen und Stauden beleuchtet.
Der bekannte Gartenfotograf Jürgen Becker zeigt wunderschöne, stimmungsvolle Bilder auch ohne Sonnenschein aus dem Garten des Autors. So manches schöne Bild läßt sich allerdings auf Grund der Opulenz nicht in den eigenen Garten übertragen.
Für Gartenneulinge und besonders auch alte Hasen ein interessanter Lesestoff.

Sonntag, 15. Januar 2017

Wildstauden in Japan Frühling 2002

Dieses Video habe ich aus altem Bandmaterial von 2002 gemacht und möchte es hier vorstellen. Die Qualität HD wie bei den Gartenvideos wird natürlich nicht annähernd erreicht. Bin für Hinweise sehr dankbar. Die Namen der Pflanzen finden Sie unter: http://www.wildstaudenzauber.de/Seiten/Kuju_Hochland_Fruehling.html.


Freitag, 6. Januar 2017

nochmal Video

Bereits Mitte Dezember hatte ich hier zwei Videos vorgestellt. Eins war mit Originalton (Vogelzwitschern) und das andere mit Musik unterlegt.
Zu diesen beiden Videos erreichten mich einige Meinungen, hauptsächlich per E-Mail, die ich hier zusammenfassen möchte. Inzwischen sind beide überarbeitet. Erfreulicherweise waren die Einschätzungen recht einheitlich:

"Beim Sommer habe ich durch das Vogelgezwitscher wieder ein richtiges beglückendes Sommerfeeling bekommen. Musik finde ich meist zu kitschig oder wenigstens zu romantisierend, ist nicht so mein Fall, ich würde Naturgeräusche einschließlich Dorfgeräusche (Hahn) immer vorziehen." S. R.

"Musikalische Untermalung gefällt mir nicht, das habe ich auch wieder gemerkt, als ich beide Videos nacheinander angeschaut habe. Ich finde es schwierig die richtige musikalische Stimmung zu finden und die entspricht ja dann auch nicht immer der der Zuschauer." R. E.

 "Musik -Hintergrund gefällt mir bei GARTEN-VIDEOS (Z.B.innerhalb von TV-Sendungen) nicht immer: Z.B. in 3SAT bei Sendungen mit dem sog. "Biogärtner" (Hr.Ploberger) scheint mir persönlich die dazu ausgesuchte Musik oft gar nicht zu passen...Oder bei anderen Videos sind es dann doch irgenwie immer dieselben- allzu bekannten- Melodien, die ich dann zum Teil als "überflüssiges Zierat" empfinde - was aber bei anderen Zuschauern nicht so wirken muss..." K. W.

...und wie ich schon geschrieben habe, die Musik stört mich persönlich etwas aber die originalen Gartengeräusche finde ich sehr passend, der Garten lebt!" B. F.

 "Am besten gefallen mir die Gruppenausschnitte, in denen bis ca, 4 verschiedene Stauden im Fokus stehen und auch die Einzelblütenstandaufnahmen. Bei den größeren Ansichten gibt es zumindest auf meinem Bildschirm ein Problem mit der Bildschärfe. "Besonders gelungen finde ich Halbtotale, also wo Du 2 - 3 Gruppen von Pflanzen zu einander in Bezug setzt. Aber da kommt es vielleicht auch auf die Größe des Bildschirmes an, auf dem man schaut. R.E.

 "Die Bild- und Tonqualität ist sehr gut. Einziger Wermuthstropfen: Für den Vollbildmodus reicht die Bildauflösung nicht.Das Bild sieht verschwommen aus." T. B.


DasProblem mit der Bildschärfe kann ich mir noch nicht erklären. Die Videos sind in HD-Qualität aufgenommen und auf Youtube hochgeladen und auf meinem großen Bildschirm (50x30 cm) bei 16 Mbit/s Download-Geschwindigkeit  im Vollbildmodus ganz scharf!?

Staudenwiesen im Herbst





Hier nun ein zweites Youtube-Video vom Herbst dieses Jahres. Obwohl ich ein extra Mikrofon (Stereo Videomic Pro) verwendet habe, ist ein störendes Grundgeräusch zu hören. Mit der Verbesserung des Tons muss ich mich noch befassen. Hinweise sind jederzeit willkommen.